(© Marius Wenker)
Ein Nacktmullweibchen kommt nach Brüssel, um den Menschen das Ruder aus der Hand zu nehmen, denn dieses kluge Tier hat längst verstanden, wer dem Planeten schadet. Doch wie lassen sich die ungewöhnlichen Sinne einer tierischen Erzählerin ins Deutsche übertragen? Wie gefühlig darf man eine KI sprechen lassen? Und welche Bilder bewahren das Fremde einer Stimme, die nicht menschlich ist?
Zum Auftakt des dezentralen Symposiums »Zukunft übersetzen« versammelt der Abend drei Übersetzer*innen, die dem Nicht-Menschlichen eine Sprache geben. In Lesung und Gespräch wird spürbar, was Übersetzen mit dem »Noch-Nicht« zu tun hat: das Ringen um Bilder für das, was die Welt ist und was sie sein könnte. Lisa Mensing berichtet aus ihrer Übersetzung von Tijl Nuyts’ Roman »Erdarbeiten«, in dem ein Nacktmullweibchen das europäische Verwaltungszentrum aufmischt. Karen Nölle übersetzt seit Jahren die legendäre Science Fiction-Autorin Ursula K. Le Guin und leiht dabei ganz unterschiedlichen Lebewesen ihre Stimme. Und der Sinologe Felix Meyer zu Venne, der schon Ratten, KI und Drachenpferde übertragen hat, reist regelmäßig nach China und gibt einen Einblick in das nicht-menschliche Erzählen chinesischer Science Fiction. Die Moderation übernimmt Tim Holland.
Die Veranstaltung ist Teil I des dezentralen Symposiums »Zukunft übersetzen« – initiiert von Lukas Dubro, Tim Holland und Sarah Käsmayr, in Kooperation mit dem Kapsel Magazin und dem Konfuzius Institut, gefördert durch den Deutschen Übersetzerfonds.