Unterwegs mit Derk Ehlert

Folge 16: Im Revier des Fischadlers: Naturschutzgebiet Karower Teiche

(© Stiftung Naturschutz Berlin)

Die Karower Teiche in Pankow sind ein wahres Wasserwunderland. Entstanden in der letzten Kaltzeit, verlandeten die Schmelzwasserrinnen und bildeten Niedermoore. Der Torf wurde lange Zeit abgebaut, im Jahr 1911 in den ausgehobenen Teichen eine Karpfenzucht betrieben und später wurden auf Teilen der Fläche sogar Berliner Abwässer verrieselt. „Durch diese historische Nutzung gibt es heute ganz unterschiedliche Landschaftsstrukturen“, erklärt Derk Ehlert. So bilden Waldflächen, Wiesen, Sumpf und Wasser eine abwechslungsreiche Naturlandschaft. Freilandrinder wie Galloways und andere (wie im angrenzenden Hobrechtswald) halten die Wiesen kurz und sind als Landschaftspfleger im Dienste des Naturschutzes unterwegs. „Denn so bleiben seltene Tier- und Pflanzenarten erhalten, die die unterschiedlichen Landschaftsstrukturen brauchen.“ 

Das ganze Jahr über ist Bewegung auf dem Wasser. Neben den vielen Zugvögeln, die hier Rast auf ihrer langen Reise machen, leben Arten wie der Fitis, Zilzalp, Kuckuck, Teichrohrsänger und Pirol dauerhaft in dem Gebiet. Das lässt das Ornithologen-Herz höherschlagen. Denn die einzelnen Aussichtsplattformen geben einen schönen Blick auf die Wasserflächen frei. Allein am Entensee entdeckt Derk Ehlert – wie der Name verspricht – viele verschiedene Entenarten, wie die Pfeifente, Löffelente und Schnatterente.  
Plötzlich überschlägt sich Ehlerts Stimme. Mit dem bloßen Auge hat er etwas am Himmel wahrgenommen! Majestätisch zieht ein Fischadler seine Kreise auf der Suche nach Nahrung. „Fischadler sind in Berlin wirklich selten“, freut sich Ehlert über diese Entdeckung. Da der See an vielen Stellen nur einen Metertief ist, hat der Adler beim Fischfang leichtes Spiel. Auch in diesem Fall fixiert er in der Luft kurz sein Ziel an, und zack, stürzt dann blitzartig in Richtung Wasseroberfläche um sich danach erfolgreich im Baum seine Beute schmecken zu lassen. 

  

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