Unterwegs mit Derk Ehlert

Folge 12: Von Stockweiden, Balkonenten und lachenden Vögeln – eine Tour durchs Erpetal

(© Stiftung Naturschutz Berlin)

Zwischen Friedrichshagen und Hoppegarten liegt das Auenland! Die Erpe durchläuft saftig-grüne Landschaften mit sumpfigen Wiesen und Seen und mutet an vielen Stellen urig und ein bisschen verwunschen an. Ein Großteil des Erpetals ist sogar Landschafts- oder Naturschutzgebiet und wartet mit einem erstaunlichen Artenreichtum auf. Kein Wunder also, dass sich hier nicht nur Neuntöter, Ringelnatter, Biber, Rohrammer und Eisvogel wohlfühlen. 
Für den Charakter von Auenlandschaften typisch sind Weiden. Sie werden regelmäßig beschnitten: „Das Schneiden nennt man 'auf Stock setzen'“, wie Wildtierexperte Derk Ehlert weiß: „Wahrscheinlich rührt auch der Name der uns allen bekannten Stockente daher, dass sie ursprünglich auf den auf Stock gesetzten Weiden brütete. Heute müssten Enten eigentlich Terrassenente, Balkonente oder Hinterhofente heißen“, denn ihre Vorliebe bei der Brutplatzwahl haben sie den Umständen angepasst. 
Die besondere Aufmerksamkeit Ehlerts zieht ein prächtiges Exemplar eines Grünspechts auf sich. Auf die Vogelstimmrufe Ehlerts antwortet das Grünspechtweibchen mit einem lachendem kjückkjückkjück. Direkt kreuzt ein zweiter Grünspecht auf, um den vermeintlichen Konkurrenten zu vertreiben und führt mit seiner Partnerin einen bezaubernden Pärchentanz am Baumstamm vor.
Sehr zeitig im Frühjahr, am besten bei schönem Sonnschein, kann man mit etwas Glück am Seeufer das große Quaken der Moorfrösche erleben. Nur wenige Tage während ihrer Balz- und Paarungszeremonie sind die Froschmänner in einem wunderschönen Hellblau gefärbt. Nicht nur für die Damenwelt der Frösche beeindruckend anzusehen!

 

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