Kolkraben, auf Flugpiste Tempelhofer Feld (© Theodor Koch)
Der Kolkrabe, der regelmäßig auf dem Tempelhofer Feld Nahrung sucht, wird infolge einer Randbebauung einen wesentlichen Teil seines Nahrungsangebotes auf dem Feld verlieren, genauso wie Turmfalke, Mäusebussard, Habicht, Waldohreule, Grünspecht, Star, Saat- und Nebelkrähe, Rauch- und Mehlschwalbe, Mauersegler, verschiedene Möwenarten, Ringel- und Straßentaube, Sperber und Fledermäuse. Das sind alles Arten, die außerhalb des Feldes ihre Jungen aufziehen und Nahrung auf dem Tempelhofer Feld suchen.
Bei dieser Durchquerung, bei der wir viel über Fauna, Flora, deren Wechselbeziehungen, die Bedeutung von Lebensräumen und Pflegemaßnahmen erfahren, möchte ich ganz konkret über das Ausmaß und die Folgen einer Bebauung aufklären. Fakt ist, dass eine Überbauung von einem Quadratkilometer (100 ha) Fläche (mit 50 000 zusätzlichen Einwohnern) nicht als maßvoll anzusehen ist und dass die dann noch verbleibende Restfläche für Ausgleichsmaßnahmen (für den Verlust von Liegewiesen, Grillplätzen, Hundeauslaufgebieten, Freiluftgaststätten, Kleingärten, Sportanlagen, öffentlichen Toiletten usw.) geopfert werden müsste. Abgesehen davon, dass infolge der Randbebauung alle älteren Bäume der Liegewiesen gefällt werden müssten, würde das zentrale Wiesenmeer verschwinden. Außerdem würden nach einer Bauzeit von mindestens 6 Jahren, während der das Feld kaum betreten werden könnte, die 50 000 zusätzlichen Einwohner für eine erhebliche Überlastung der dann verbliebenen kleineren Restfläche sorgen. Das Tempelhofer Feld würde so seine Bedeutung als Kaltluftentstehungsort und als weltweit einzigartiger innerstädtischer Wiesen-Lebensraum, der als Alleinstellungsmerkmal zum "Eingemachten" (oder sogar zur DNA) Berlins gehört, verlieren.