(© nhudaibnumukhtar, CC0, Pixabay)
Zur kritischen Auseinandersetzung mit der abendländischen Kultur gehört auch, die traditionelle Trennung zwischen Mensch und Tier zu hinterfragen. Welche Rolle spielen Tiere in Lyrik, Drama und Prosa? Taugen sie als Metaphern einer posthumanistischen Sprache und als literarische Figuren mit eigensinnigen Körpern?
Caren Jeß betreibt mit ihrem aktuellen Buch »Ich will dieses Leben! In geil!« (S. Fischer, 2025) dramatische Emanzipation. So beschließt etwa die 40jährige Eleonore Garazzo, ihr Leben als Katze fortzusetzen. Tim Holland ist nach »wir zaudern, wir brennen« (Matthes & Seitz, 2022) mit einem unveröffentlichten Langgedicht angetreten, in dem das lyrische Ich am Handyscreen Besuch von nicht-menschlichen Internetnutzer*innen bekommt. Potentiell könnten also auftreten: sanftäugige Rehe, nervige Nebelkrähen, pinselohrige Luchse, die Katze Eleonore, der Zwerg-Langzungenflughund oder der Dreckspfau.
Beide Autor*innen schreiben die Troubles der Gegenwart und schaffen spekulative Literatur mit Zukunft. In geil! Die Tiere im Text sind Metapher, Vorbild, Zuversicht, gedankliche Fluchtpunkte – auf jeden Fall Lernanlässe. An dem Abend lesen und diskutieren Caren Jeß und Tim Holland über ihre jeweiligen Zugänge zu einer spekulativen Literatur und ihre Faszination an Tier-Mensch-Begegnungen. Das Gespräch moderiert Lena Vöcklinghaus.
Weitere Informationen zu »Andere Geschichten über Tiere erzählen« hier.