Dorngrasmücke auf Tempelhofer Feld (© Theodor Koch)
Besonnte Dornbüsche, z.B. aus Weiß- und Schwarzdorn, oder auch dornige hohe Distelbestände, in denen sie auch brütet, benötigt die Dorngrasmücke. Wegen ihrer Präferenz für solche speziellen Habitate ist die Dorngrasmücke sehr viel seltener als die Mönchsgrasmücke, sie ist neben dem Neuntöter eine Charakterart der Gebüschzone am "Alten Hafen". Das Tempelhofer Feld ist nicht nur für Wiesenbrüter wie Feldlerche, Wachtel und Grauammer von höchster Bedeutung, sondern auch für Heckenbrüter wie Neuntöter (Rotrückenwürger), Dorngrasmücke, Gelbspötter, Heckenbraunelle, Nachtigall und Sumpfrohrsänger. Eine so großflächige Gebüschlandschaft, die sich in einzigartiger Vielfalt seit der Schließung des Flughafens durch natürliche Samenausbreitung südlich vom Columbiadamm und vom Friedhof entwickelt hat, gibt es nirgendwo im innerstädtischen Bereich. Sogar Igel, Waldohreule und Grauschnäpper kommen hier vor. Natürlich gibt es auch so häufige Arten wie Amsel, Haussperling, Star, Kohl- und Blaumeise, Stieglitz (Distelfink), Zilpzalp, Ringeltaube, Mönchsgrasmücke, Rotkehlchen, Nebelkrähe und Elster. Auch für durchziehende und rastende Vögel ist diese Gebüschlanschaft sehr wichtig. So konnte ich hier am "Alten Hafen"schon Wiedehopf, Sumpfohreule, Braunkehlchen, Schwarzkehlchen, Baumpieper, Sperber, Habicht und Wacholderdrossel beobachten. Es gibt auf dem Tempelhofer Feld viele seltene Pflanzen (z.B. Grasnelke), Pilze (z.B. Violetter Rötelritterling), Insekten (z.B. Hauhechel-Bläuling), Reptilien (Zauneidechse) und auch Säugetiere (Igel, Fuchs, Feldmaus), wobei im Gegensatz zu anderen Tier- und Pflanzengruppen die hier vorkommenden sonstigen Kleinsäuger und Fledermäuse kaum erforscht sind. Vögel sind jedoch gute und auffällige Zeigerarten für ökologische Vielfalt. Deshalb widmen wir uns auf der Führung besonders den Vogelarten, die jetzt eventuell hier zu beobachten sind.