Wachtel, in der Döberitzer Heide fotografiert (© Theodor Koch)
Pik-wer-dik, pik-wer-wig, pik-wer-dig, so klingt der leicht zu identifizierende Wachtelruf, und den kann man momentan auf dem Tempelhofer Feld hören, so am Abend des 8. Juni 2026 um 20 bis 21 Uhr. Dass die Wachtel gerade das Tempelhofer Feld als Lebensraum auswählt, das beweist, wie ökologisch wertvoll die ausgedehnten Wiesenflächen hier noch sind. Eine dichte Krautschicht aus vielen verschiedenen Grasarten, Kräutern und Stauden mit einem artenreichen Vorkommen von Insekten und Spinnen, das sind die Voraussetzungen dafür, dass so ein Wiesland besiedelt werden kann. Die kleine Wachtel, die auf dem Boden brütet, ist als einziger Hühnervogel ein sog. Langstreckenzieher, der in aktivem Nachtflug seine Überwinterungsgebiete südlich der Sahara ab Ende August ansteuert und bis Anfang Mai die lange Strecke nochmals zurücklegt. Eine artenreiche Insektennahrung ist besonders für die 7 bis 12 Jungen wichtig, die als Nestflüchter nach dem Schlüpfen aus dem Ei sofort mit der Nahrungsaufnahme beginnen.Für die Altvögel ist eine abwechslungsreiche Nahrung aus den verschiedensten Sämereien, Blättern und Sprossen sehr lebensnotwendig. Infolge jahreszeitlich früher Mahd von Grünland und wegen des Einsatzes von Herbiziden, wodurch die Wirtspflanzen für Insekten ausfallen, können Wachteln in landwirtschaftlich intensiv genutzten Feldern nicht vorkommen. Das gilt auch für andere Bodenbrüter des Tempelhofer Feldes wie Feldlerchen und Grauammern. Übrigens meidet die Wachtel, genauso wie Feldlerche und Grauammer Lebensräume (Habitate), die durch große Bäume stark beschattet sind. Übrigens nähern Sie sich bitte niemals einer rufenden Wachtel, denn Sie werden die scheue Wachtel niemals zu Gesicht bekommen. Das Foto oben entstand zufällig beim Ansitz aus einem Versteck heraus.