2 Elstern versuchen Mäusebussard Maus abzujagen, Tempelh. Feld (© Theodor Koch)
Einmalig ist, und das ist ein großer Glücksfall, dass sich im Herzen der Weltstadt Berlin ein großes Gelände erhalten hat, auf dem die natürliche Entwicklung von Flora und Fauna in Vergangenheit und Gegenwart so gut zu beobachten ist. Die Feldlerchen sind nur ein für jedermann sichtbarer und spektakulärer Ausdruck dieses besonderen Lebensraumes. Einzigartig ist doch, dass hier, seit die landwirtschaftliche Nutzung im 18. Jahrhundert aufgegeben wurde, die ausgedehnten Wiesenflächen und ihre ökologische Vielfalt kaum durch Kunstdünger noch durch Pestizide wesentlich gestört oder durch Pflügen in landwirtschaftliche Kultursteppe umgewandelt wurden. Auch ist das Tempelhofer Feld ein Musterbeispiel dafür, wie sich trotz jahrelangem Flugbetrieb, trotz Abgas-, Feinstaub- und Flugbenzinbelastung, trotz lokaler Erdaufschüttungen, trotz so vielen Erholungssuchenden, trotz Lärm und frei laufenden Hunden eine so artenreiche Tier- und Pflanzengemeinschaft behaupten konnte. Es gibt hier viele seltene Pflanzen- (z.B. Grasnelke), Pilz- (z.B. Violetter Rötelritterling), Insekten- (z.B. Hauhechel-Bläuling), Reptilien- (Zauneidechse) und auch häufige Säugetierarten (Fuchs, Feldmaus). Vögel sind jedoch gute und auffällige Zeigerarten für ökologische Vielfalt. Deshalb widmen wir uns auf der Führung besonders den Vogelarten, die Ende Mai eventuell hier zu beobachten sind. In den Wiesen sind es Feldlerche und Grauammer, in den Gehölzen zwischen "Altem Hafen" und eingezäuntem Wildwuchs am ehemaligen Schießstand, kommen neben den häufigen Arten auch Neuntöter, Dorngrasmücke, Nachtigall, Gartenrotschwanz, Grauschnäpper, Heckenbraunelle und Gelbspötter vor.