Singende Heckenbraunelle, fotografiert in den Bergmann Friedhöfen (© Theodor Koch)
Im Gegensatz zu Neuntöter, Dorngrasmücke und Sumpfrohrsänger, die in artenreichen Gebüschfluren unterschiedlicher Zusammensetzung ohne hohe Bäume vorkommen, benötigt die Heckenbraunelle sehr dichtes Gebüsch mit oder ohne höhere Bäume, da sie hohe oder niedrige Singwarten benutzen kann. Solch ein Lebensraum (Habitat) ist die großflächige, undurchdringliche Brombeerhecke südlich vom eingezäunten ehemaligen Schießplatz, wo der Gesang im März/April 2025 und 2026 zu hören war. Dieser kleine Singvogel mit dünnem "Insektenfresserschnabel", der manchmal mit dem Haussperling (Körnerfresserschnabel) verwechselt wird, überwintert in West- und Südeuropa. Eine so großflächige Gebüschlandschaft, die sich in einzigartiger Vielfalt seit der Schließung des Flughafens durch natürliche Samenausbreitung südlich vom Columbiadamm und vom Friedhof entwickelt hat, gibt es nirgendwo im innerstädtischen Bereich. Sogar Igel, Waldohreule und Grauschnäpper kommen hier vor. Natürlich gibt es auch häufige Arten wie Amsel, Haussperling, Star, Kohl- und Blaumeise, Stieglitz (Distelfink), Zilpzalp, Ringeltaube, Mönchsgrasmücke, Rotkehlchen, Nebelkrähe und Elster. Auch für durchziehende und rastende Vögel ist diese Gebüschlanschaft sehr wichtig. So konnte ich hier am "Alten Hafen" schon Wiedehopf, Sumpfohreule, Braunkehlchen, Schwarzkehlchen, Baumpieper, Sperber, Habicht, Mäusebussard und Wacholderdrossel beobachten. Es gibt auf dem Tempelhofer Feld viele seltene Pflanzen (z.B. Grasnelke), Pilze (z.B. Violetter Rötelritterling), Insekten (z.B. Hauhechel-Bläuling), Reptilien (Zauneidechse) und auch Säugetiere (Igel, Fuchs, Feldmaus), wobei im Gegensatz zu anderen Tier- und Pflanzengruppen die hier vorkommenden sonstigen Kleinsäuger und Fledermäuse kaum erforscht sind. Vögel sind jedoch gute und auffällige Zeigerarten für ökologische Vielfalt. Deshalb widmen wir uns auf der Führung besonders den Vogelarten, die jetzt eventuell hier zu beobachten sind.